Made in Bangladesh

Filmbeitrag zur Fairen Woche 2021

Bangladesh, Frankreich, Dänemark, Portugal 2019 in OmdU
Regie: Rubaiyat Hossain
DarstellerInnen: Rikita Nandini, Wahida Mollick Jolly, Shahana Goswami, Mita Rahman, ...
Laufzeit: 95 min.
FSK ab 12

Weltweit ist Bangladesch der zweitgrößte Exporteur von Bekleidung. Das Land erzielt damit 80 Prozent seiner Exporterlöse. Mehr als 4 Millionen Beschäftigte arbeiten in der Branche, davon 3,2 Millionen Frauen, in der Mehrzahl zwischen 20 und 30 Jahre alt.

In der Fabrik in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka, in der die 23-jährige Shimu arbeitet, werden täglich 1500 T-Shirts hergestellt. Von ihrem Monatslohn könnte sich die Näherin selbst nicht einmal drei Stück leisten. Unbezahlte Überstunden, ein unsicheres Beschäftigungsverhältnis, keine soziale Absicherung, mangelnde Sicherheitsstandards, darüber hinaus geschlechtsspezifische Diskriminierung – mit diesen Gegebenheiten muss Shimu tagtäglich leben. Da werden zwischendurch einmal, um Strom zu sparen, die Ventilatoren abgestellt; Einspruch wird nicht geduldet. Auch sexuelle Übergriffe und verbale Erniedrigungen durch die in der Regel männlichen Vorgesetzten sind an der Tagesordnung. Als eine Kollegin bei einem Brand in der Nähfabrik zu Tode kommt, gärt in Shimu Widerstand. Mit Unterstützung einer Anwältin der NGO (Nichtregierungsorganisation) und einigen Kolleginnen gründet sie eine Gewerkschaft. Und sieht sich erwartungsgemäß mehr und mehr Repressalien ausgesetzt. Auch ihr arbeitsloser Ehemann stellt sich vehement gegen ihre Ambition. Doch so schnell gibt die junge Frau nicht auf...

Die bengalische Regisseurin Rubaiayt Hossain inszeniert authentisch und mit viel Feingefühl Shimus Kampf gegen die tief verankerten patriarchalen Strukturen in den Konzernen. Ihr Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit realen Fabrikarbeiterinnen. Außerdem wirft der Film einen Blick auf das lautstarke Treiben in Dhakas Straßen und sieht den jungen Frauen beim Tanzen in ihren farbenfrohen Saris zu, wenn sie denn dazu einmal Zeit finden.

Mit ihrem Film erinnert die Regisseurin auch an das bislang größte Unglück in der Geschichte der Textilindustrie, als die Nähfabrik Rana Plaza in Dhaka im Jahr 2013 einstürzte und über 1000 Menschen sterben mussten.

 
 

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  • 25.09.
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