Billie – Legende des Jazz

Dokumentarfilm
Großbritannien 2019
Regie: James Erskine
Laufzeit: 97 min.
FSK ab 6

Die 1915 in Philadelphia geborene Billie Holiday (Eleanora Fagan) wächst in einer Umgebung auf, die von Gewalt, Prostitution und Rassismus geprägt ist. Mit 13 geht sie mit ihrer Mutter nach New York, wo sie ein paar Jahre später als Sängerin entdeckt wird. Was folgt, sind Ruhm, Drogenabhängigkeit, Absturz, Gefängnisaufenthalt. Doch sie rappelt sich erneut, es folgen einige triumphale Konzertauftritte. 1959 stirbt Billie Holiday im Alter von nur 44 Jahren.

Das nur kurze Leben dieser Ausnahmesängerin ist von Anfang an ein erschreckendes Beispiel für die Verhältnisse in den USA zu einer Zeit, in der die schwarze Bevölkerung ganz offen unterdrückt und diskriminiert wurde. Und darüber singt sie. Mit ihrer eigenwilligen Stimme und der unverwechselbaren Vokaltechnik verändert sie die Musiklandschaft, beeinflusst aber auch das politische Leben. Immerhin ist sie die erste schwarze Frau überhaupt, die mit einer weißen Band auftritt. So wie sie sich den gängigen Stereotypen widersetzt, so besingt sie mit ihren Texten nur Wahres.

Regisseur James Erskine verknüpft aufwendig restauriertes Archivmaterial, bisher ungehörte Interviewaufnahmen ihrer WegbegleiterInnen und Aufzeichnungen ihrer wichtigsten Bühnenauftritte. Manche Songs sind erfreulicherweise komplett zu hören. Er hatte das Glück, mehr als 200 Stunden Tonmaterial verwenden zu können, das aus den 70er-Jahren stammte, und zwar aus dem Nachlass der Journalistin Linda Lipnach Kuehl, die während ihrer umfangreichen Recherchen überraschend verstarb. Erst jetzt, nach beinahe 40 Jahren, wurden die Kassetten und Tonbänder wiederentdeckt.

Jazzgrößen wie Count Basie und Bobby Tucker sprechen darauf über Billie, ihr Leben und ihre Musik. Aber es kommen auch anderen Personen zu Wort, deren Statements eher ungewöhnlich sind, unter ihnen ein Zuhälter, Billies Anwalt, eine ihrer Gefängniswärterinnen und ein Psychiater.

Eine bemerkenswerte Dokumentation, beschreibt sie doch äußerst eindringlich die Zustände in einem rassistisch geprägten Land, das schwarzen Frauen kaum Chancen bot. Erskine holt nicht nur die „Göttin des Jazz“ auf die Leinwand, sondern auch die Atmosphäre des jazzverrückten New York. Und er schildert genau, wem Billie Holiday ihren Aufstieg verdankt: nur sich selbst.

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