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Verfehlung

Do 28.03. 20.00 Uhr (8,50 €)

Deutschland 2014
Regie: Gerd Schneider
DarstellerInnen: Sebastian Blomberg, Kai Schumann, Jan Messutat, Sandra Borgmann u.a.
Laufzeit: 95 min. | FSK ab 12

Jakob, Dominik und Oliver sind katholische Priester und eng miteinander befreundet. Jakob arbeitet seit einigen Jahren als Gefängnisseelsorger, Dominik hat eine Gemeinde in einem Problemviertel und engagiert sich besonders in der Jugendarbeit, und Oliver arbeitet in der Bistumsverwaltung. Dann wird eines Tages Dominik von der Polizei festgenommen. Er soll einen Jungen missbraucht haben, lautet die Anzeige, die die Mutter getätigt hat. Er wird in Untersuchungshaft gesteckt. Der Schock bei seinen Freunden ist groß. Sie können nicht glauben, dass hinter den Vorwürfen auch nur ein Funke Wahrheit steckt. Während Oliver als ranghoher Vertreter der Kirche die Wogen glätten will, kommen Jakob allerdings allmählich Zweifel an der Unschuld Dominiks. Hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu seinem Freund und den schweren Anschuldigungen gegen ihn, beginnt er, eigene Nachforschungen anzustellen und findet mehr heraus, als ihm lieb ist…

Nach jahrzehntelanger Verdrängung und Vertuschung bemüht sich die Katholische Kirche nun offiziell um Aufklärung und Transparenz, Solidarität und Entschädigung. Regisseur Gerd Schneider, der selbst in Bonn und Wien katholische Theologie studierte und Priesteramtskandidat war, ehe er ein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg aufnahm, verfügt sozusagen über Kenntnisse aus erster Hand. Das Milieu wird hervorragend geschildert, die Dialoge sind authentisch. Dabei geht es ihm weniger darum, wie die Opfer reagieren, sondern warum so viele geschwiegen haben, die hätten handeln müssen. Indem „Verfehlung“ die Mechanismen des Verschweigens und Vertuschens aufdeckt, zeigt der Film nachdrücklich auf, wie holprig und schmerzhaft der Weg zu Ehrlichkeit und Zivilcourage ist. Obwohl Schneider äußerst kritisch gegen den Klerus zu Felde zieht, verurteilt er indes nicht.

Sebastian Blomberg liefert als Jakob eine Glanzleistung ab. Packend ist vor allem, wie er zwischen Mitleid und Freundschaft, Solidarität und Gerechtigkeitssinn schwankt und diese Gewissensnöte spürbar macht. Auch Kai Schumann und Jan Messutat geben ihren Priesterfiguren Komplexität und Tiefe.

Insgesamt also ein diffiziler Film, der aber die Stolperfallen des brisanten Themas stilsicher umschifft und noch lange nachhallen wird.

 

Im Anschluss an die Filmvorführung ist Gelegenheit zum Gespräch mit:

  • Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar der DiözeseRottenburg-Stuttgart
  • Dr. Joachim Schlör, Dozent für Pastoralpsychologie im Priesterseminar der Diözese
    Rottenburg-Stuttgart
  • Erwin Wespel, Geschäftsführer der Kommission sexueller Missbrauch der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Das Gespräch wird moderiert von Dr. Petra Preunkert-Skálová, Leiterein der Katholischen Erwachsenenbildung Landkreis Tübingen e.V.

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