AUS UNSEREM PROGRAMMHEFT

Kabarett-Kartenbestellungen: Sie haben verschiedene Möglichkeiten!

Im Oktober 2020 haben wir ein neues Kassensystem bekommen. Es ist zeitgemäß und erfüllt die neuesten Standards bei Kartenkäufen und -bestellungen. Die herkömmlichen Methoden aus „alten“ Zeiten bleiben, einzig der Kartenvorverkauf bei unseren altbewährten Vorverkaufsstellen Osiander/Tagblatt/WTG/Brunnenstube
entfällt.
Im Folgenden eine Aufzählung und Beschreibung Ihrer Kauf-und Bestellmöglichkeiten:

• Online Karten kaufen:
Sie gehen auf unsere Homepage www.kinowaldhorn.de und wählen Ihre gewünschte Veranstaltung → klicken auf den „Tickets“-Button → Anzahl der Tickets wählen → Bezahlmethode wählen (möglich ist: Visa, MasterCard, Sofort Überweisung, Paypal) → Sie erhalten eine Bestätigung per Email mit einem QR-Code, den Sie am Einlass mit Ihrem Smartphone oder mit einem Ausdruck vorzeigen müssen.
• Online Karten reservieren:
Die Reservierungsoption ist nur für Kino und Live-Bühne im Waldhorn-Saal möglich. Sie gehen wie oben beschrieben vor, wählen allerdings im Einkaufskorb anstelle der Kauf-Option die Reservierungs-Option (sie befindet sich unter den verschiedenen Bezahlmethoden). Bei Reservierungen erhalten Sie einen Barcode, den Sie am Einlass mit Ihrem Smartphone oder mit einem Ausdruck vorzeigen müssen.
• Karten für das Bühnenprogramm (aber auch für künftige Kinovorstellungen) können Sie direkt an der Kinokasse gegen Bar- oder Kartenzahlung beziehen.
• Nach wie vor können Sie auch Karten telefonisch oder per Mail reservieren (für den Waldhorn-Saal) oder auch bestellen (für alle Veranstaltungen). Sollten Sie die Karten zugeschickt bekommen wollen, benötigen wir Ihre Adresse, Ihre Bankverbindung und eine Telefonnummer, unter der Sie erreichbar sind Die Karten werden Ihnen dann zugeschickt und Eintrittspreis und Portokosten werden Ihrem Konto belastet.

Online Tickets kaufen

Gibt es ein Leben in der Pandemie? ein Beitrag von Kabarettist Christoph Sieber

Es gibt so viel Uneinigkeit in diesen Tagen.
Und stets geht der Blick auf das, was uns trennt. Warum nicht mal auf das blicken, was uns eint? Zum Beispiel die Erkenntnis: Der Mensch ist für eine Pandemie nicht gemacht. Mein Nachbar meinte neulich: Wir führen alle das Leben eines Frührentners. Ja, fügte ich hinzu, außer dass viele Kinder haben, die halt nicht die Enkel sind, die man nach einem chaotischen Wochenende den Eltern zurückgeben kann. Am meisten erschreckt mich, dass man sich so langsam gewöhnt: ans Maskentragen, ans Schlangestehen, an Netflixabende, Lieferdienste, an die kontakt- und partyfreie Zeit. Wir gewöhnen uns an die Einschränkung der Grundrechte. Fuck! (man verzeihe mir dieses Wort, aber ein besseres ist mir an dieser Stelle einfach nicht eingefallen).

Und ich ertappe mich dabei, dass ich früher
alles besser fand. Naja, nicht alles, aber einiges. Man muss das den jungen Leuten ja inzwischen erzählen wie es früher war....vor der Pandemie. Und man kommt sich vor wie Opa, der aus der guten alten Kriegszeit erzählt. Früher gab es Konzerte. Live. Bands spielten auf Bühnen. Und unten stand Publikum, eng an eng, ohne Masken, ungeimpft. Man schrie, grölte, tanzte. Klingt heute wie ein Himmelfahrtskommando. Früher ist man bei Freunden einfach so vorbeigegangen, hat geklingelt und ist reingelassen worden. Ohne Test! Einfach so. Kein verstohlenes Treffen im Garten mit 1,50m Abstand. Wir haben uns sogar, und jetzt haltet euch fest, zur Begrüßung umarmt. Sowas kommt heute einem Terroranschlag gleich. Oder zumindest versuchtem Totschlag.

Man hat sich in Restaurants gesetzt und dort gegessen. Mit wildfremden Menschen am Nebentisch. Und wenn einer genossen hat, hat man gerufen: „Gesundheit“. Man ist abends ins Theater oder ins Kino. Einfach so. Man musste vorher nicht online eine Karte buchen und seine Adresse hinterlegen. Man saß eng an eng. Wir haben Nächte durchgetanzt, in Kellern. Ungelüftet. Ungelüftet war kein Vergehen, das war Grundvoraussetzung. Der Schweiß musste an den Wänden herunterlaufen. Man lag unbekannten Menschen einfach so in den Armen. Wir haben uns Getränke, Zigaretten und Schokoriegel geteilt. Aus heutiger Sicht klingt das alles wie Sodom und Gomorra, aber wir haben das geliebt. Man ist in Urlaub gefahren, ohne vorher zu schauen wie hoch die Inzidenzzahl vor Ort ist. Wir sind an Stränden gelegen im Sommer und es kam vor, dass die Strandnachbarn mit einem Bein auf unseren Handtüchern lagen. Und es war okay.

Überhaupt Inzidenzzahl! Die gab es früher gar nicht. Hat einfach keine Sau interessiert. In Talkshows saßen noch Dauergäste wie Wolfgang Bosbach und Sarah Wagenknecht. Lauterbach war ein netter älterer Herr mit Fliege und Drosten hieß noch Dr. Dressler und hatte seine Praxis in der Lindenstraße.

Heute sind wir alle vernünftig. Das ist gut und das ist auch richtig. Aber wenn wir ehrlich sind: so ist das Leben nicht. Das Leben braucht auch die unvernünftigen Momente. Alkohol ist ungesund, weiß ich, trotzdem ist es schön sich zu besaufen. Und nicht nur das Gläschen Wein zum Essen. Ich meine sich so richtig zulöten, die Kante geben, sich abschießen. Hey, Alkohol ist eine Droge, ist ungesund. Ich will das nicht feiern. Aber irgendwie gehört diese Unvernunft auch dazu zum Leben. Das ganze Leben ist eine Aneinanderreihung von unvernünftigen Entscheidungen: Autofahren, Kaffeetrinken, Heiraten, Altwerden, Kinderkriegen, ein Haus bauen, eine Dose Schokoeis vorm Fernseher löffeln – all das ist unvernünftig. Aber auch verdammt lebenswert. Lasst uns einigen: Das Leben ist für eine Pandemie nicht gemacht. Hoffentlich ist die ganze Scheiße bald vorbei.

(verfasst im März 2021)

Bald auch bei uns...

Interview mit Leonie Benesch

Auf die inzwischen 29-jährige Schauspielerin Leonie Benesch wurden Sie höchstwahrscheinlich durch ihre Darstellung der Eva im Film „Das weiße Band“ von Regisseur Michael Haneke im Jahr 2009 aufmerksam, in dem sie das Kindermädchen spielte und sich in den jungen Lehrer verliebte. Der Film erhielt seinerzeit größte internationale Aufmerksamkeit und bereits hier bewies die junge Darstellerin so viel Begabung, dass die KritikerInnen sie „eine Entdeckung“ nannten. Folgerichtig wurde sie mit dem „Young Artist Award“ sowie dem „New Faces Award“ als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Sie studierte dann an der Londoner „Guildhall School of Music and Drama“, der Schule, in der übrigens auch Ewan McGregor, Daniel Craig und Lily James ihre Schauspielkunst erlernten.

Inzwischen sind zahlreiche Filme mit ihr gefolgt, darunter „Persischstunden“, der auch bei uns
im Waldhorn gezeigt wurde, und die ARD-Sky-Produktion „Babylon Berlin“, in der sie als Greta zu sehen ist.

Leonie wuchs in Tübingen auf und besuchte hier die Freie Waldorfschule. Darum war sie bereits
zwei Mal Gast bei uns im Kino: zum Film „Das weiße Band“ und zur Produktion „Satte Farben vor schwarz“ u.a. mit Senta Berger und Bruno Ganz.

Das Gespräch führte Monika Grevenstein (MG) vom Kino im Waldhorn.

MG: Hast du gerade Dreharbeiten und wenn ja, zu welchem Film? Oder ist das noch geheim?

Leonie: Momentan bin ich in Kapstadt. Ich bin hier ein bisschen länger geblieben, nachdem wir die Dreharbeiten zu ʻAround The World in 80 Daysʼ abgeschlossen haben. Das ist ein achtteiliges Serienprojekt für France2, BBC, ZDF, RAI etc, das Ende diesen Jahres ausgestrahlt wird. Wir hatten mit den Dreharbeiten im Februar 2020 begonnen, wurden dann aber durch Covid unterbrochen und haben eine siebenmonatige Pause machen müssen. Es ist unglaublich schön, dass wir weitermachen und dieses Projekt fertig drehen konnten.

MG: Gibt es zur Zeit weniger Engagements als vor Corona?

Leonie: Ja. Es können nur die Projekte stattfinden, die genügend finanzielle Mittel haben, um die jeweiligen Sicherheitsvorkehrungen einhalten zu können. Drehen ist momentan an noch viel mehr Risiko gebunden als es normalerweise sowieso schon ist.

MG: Was hat sich durch den Virus bei den Dreharbeiten geändert?

Leonie: Ich kann nur von unserer Produktion sprechen. Wir hatten ein neues Department am Set, die ʻCovid Officersʼ. Die achten darauf, dass Abstand gehalten wird, dass Masken ordentlich getragen werden, dass am Set nicht gegessen wird, die haben auch immer einen Vorrat an frischen Masken zur Hand, falls man sie braucht und desinfizieren allen die Hände, bzw. desinfizieren Türklinken und alles, was regelmäßig angefasst wird. Abgesehen davon wurden alle Mitarbeiter zwei Mal pro Woche getestet, wir Schauspieler sogar drei Mal.

MG: Wie funktioniert bei Dreharbeiten das Testen?

Leonie: In unserem Fall hat unsere Produktion eine eigene PCR und eine Antigen-Maschine gekauft. Dies involviert sehr viel Organisation und hunderte von Listen. War ein Antigen-Test positiv, wurde die betroffene Person mit einem PCR-Test getestet und war dieser Test dann auch positiv, wurden entsprechende Schritte eingeleitet, d.h. die Person wurde für die Krankheitszeit nach Hause und in Isolation geschickt.

MG: Ist für Dreharbeiten längerfristig eine Impfpflicht im Gespräch?

Leonie: Das weiß ich nicht. Ich denke, wie überall ist momentan alles Mögliche im Gespräch. Ich kann mir vorstellen, dass es für internationale Projekte in Zukunft nötig sein wird, geimpft zu sein, aber deutschlandintern muss man sich ja an Deutschlands Gesetze halten. Mal schauen, was da so passieren wird in der nächsten Zeit.

MG: Wie wirkt sich Corona auf körperliche Nähe bzw. Liebesszenen aus?

Leonie: Dadurch, dass wir so viel getestet werden, sind wir so sicher wie möglich. Wir behalten unsere Masken bis zur letzten Probe auf und nehmen sie dann ab, wenn die Kamera läuft. Das hat bei uns gut funktioniert und mich nicht in meinem Spiel behindert.

MG: Genug Corona. Ein paar andere Fragen: Welche Figur würdest du gerne einmal in einem Film spielen?

Leonie: Das weiß ich, wenn ich das Buch oder das Script lese.

MG: Mit wem oder wo würdest du gerne drehen und welches Genre würde dich reizen?

Leonie: Mit talentierten und enthusiastischen Menschen an Orten, die für den Stoff Sinn machen. Ich bin auf keinerlei Genre speziell fokussiert.

MG: Hast du Vorbilder?

Leonie: Ja. ...

MG: Hätte es für dich eine Alternative zur Schauspielerei gegeben?

Leonie: Bestimmt. Ich weiß aber nicht, welche es geworden wäre.

MG: Gibt es bei Dreharbeiten Unterschiede zwischen Serien und Kinofilmen?

Leonie: Die Dauer ist der Hauptunterschied. Abgesehen davon unterscheidet sich jegliche Dreharbeit von der anderen.

MG: Letzte Frage: Glaubst du, dass das Kino die Corona-Krise überlebt?

Leonie: Ja. Ich fürchte zwar, dass einige, vor allem kleine Kinos, pleite gehen werden, aber ich denke, dass das Kino an sich überleben wird.

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DIE VIER WALDHORN-KATASTROPHEN

Katastrophe 1: 08.04.1989 

Im Oktober 1985 hatte das Kino im Waldhorn erstmals nach längerer Unterbrechung seine Wiedereröffnung gefeiert -als Programmkino mit anspruchsvollem Filmprogramm.Die Gründer- jahre waren sehr mühsam gewesen,der Publikumszuspruch bescheiden, stabile wirtschaftliche Verhältnisse lagen in weiter Ferne. 

Erst 1989 gelang es uns erstmals, eine reguläre Filmvorführung bis auf den letzten Platz zu füllen: beim Film „Rainman“ mit Dustin Hofman und Tom Cruise. Gespannt saßen 135 Zuschauer*Innen im ausverkauften Saal. Doch unsere Tonanlage, seinerzeit nicht größer als ein heutiger Bluray-Player, war genauso aufgeregt wie wir und brach nach wenigen Filmminuten an Überhitzung zusammen. Wir mussten unglückseligerweise alle Besucher *Innen wieder auszahlen. 

Katastrophe 2: 08.07.1996 

Nach und nach war uns eine wirtschaftliche Stabilisierung gelungen und so konnten wir uns endlich eine neue Kinobestuhlung leisten. Guten Gewissens verkauften wir unsere alten Kinostühle bis auf die letzte Armlehne in der Annahme, dass die neuen Sitze fristgerecht eintreffen würden. Die Bestuhlungsfirma war auf Grund finanzieller Problemejedochkurzfristig in Lieferschwierigkeiten geraten, so dass der Saal sage und schreibe drei Wochen lang leer gewesen wäre, hätte Karsten Schuffert von den „Bewegten Bildern Tübingen“ uns nicht die weißen Plastik-Gartenstühle aus seinem Open-Air-Fundus geborgt. Schade, dass wir aus dieser Phase kein Foto haben.Für uns waren dies drei schlimme Wochen,war die neue Bestuhlung doch bereits von uns anbezahlt worden und mussten wir fürchten, dass die Bestuhlungsfirma und somit auch wir selbst in die Insolvenz rutschen könnten. 

 

Katastrophe 3: 03.02.2013 

Es war der unvergessliche Spieltag, an dem die Rottenburger Volleyballer in der Paul-Horn-Arena gegen den VfB Friedrichshafen in aussichtsreicher Führung lagen. In unserem Kino lief zeitgleich „Die Kirche bleibt im Dorf“ vor ausverauftem Saal. Kurz nach Beginn des zweiten Volleyball-Satzes brach im vorderen Teil des Kinosaals ein Stück von der denkmalgeschützten, 300 Jahre alten Decke herunter und traf eine Kinozuschauerin. Was folgte, war für uns ein wahrer Alptraum: Der Saal musste geräumt und gesperrt, die Zuschauerin medizinisch versorgt und zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht werden. Glücklicherweise hatte sie keine schlimme Verletzung. Dank dem engagierten Zimmermann Ralf Vollmer, dem kooperativen Restaurator Fabian Schorer und schneller Hilfe vom Statiker Klaus Johner, dem Bauamt und dem Denkmalamt konnten wir bereits nach wenigen Tagen wieder öffnen. In den Folgemonaten wurde die Decke mit einer speziellen Verschraubung gesichert und restauriert. Sie wird seither regelmäßig von Fabian Schorer geprüft. Alles in allem hatten wir viel Glück im Unglück. Es hätte auch noch schlimmer kommen können. Für uns. Denn die TVR-Volleyballer gewannen an diesem Tag gegen Friedrichshafen mit 3:2. 

Katastrophe 4: Die Corona-Krise 

Immer noch befinden wir uns mittendrin. Wir sind zwar existenziell nicht gefährdet, bangen jedoch um die Kinobranche im Allgemeinen, denn je länger der Lockdown dauert, desto schwerer wird es für uns alle, wieder in einen „normalen“ Rythmus zurückzufinden. Indes: Die Zuversicht bleibt. 

Wir sind sehr dankbar für zahlreiche Unterstützungen. Wir erhielten Spenden von Privatpersonen, die Stadt Rottenburg, das Land Baden-Württemberg und auch der Bund haben uns bezuschusst. Dankbar sind wir auch allen Anzeigenkunden unseres Programmhefts, denn so können wir weiterhin Präsenz in der Öffentlichkeit bewahren. Und wenn auch die hier angekündigten Filme wahrscheinlich vorerst nicht gezeigt werden dürfen, so bekommen Sie immerhin Lust und einen Vorgeschmack auf die Zukunft. 

Interview mit Heinrich Del Core

Seit 2000 ist Heinrich del Core (59) als Comedian und Kabarettist sehr erfolgreich auf Deutschlands Bühnen unterwegs und Gast in zahlreichen TV-Sendungen. Als Sohn eines Italieners und einer Schwäbin sind ihm Humor und Leichtigkeit wohl angeboren. Seine Geschichten konstruiert er nicht, sondern schöpft sie aus dem prallen Leben. Unterhaltsamste Standup-Comedy und sympathische Bühnenpräsenz begründen zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Wir veranstalten Heinrich del Core seit vielen Jahren immer wieder gerne und so oft wie möglich.
Das Interview führte Monika Grevenstein (MG), Redakteurin unserer Programmzeitschrift.

MG: Heinrich, du hast seit Mitte März keine oder nur wenige Auftritte vor realem Publikum gehabt. Wie nutzt du denn diese Zeit?


Heinrich del Core: Wir haben z.B. sehr viel renoviert. Im Juli habe ich für meine Frau sogar im Garten ein Hoch-Beet gebaut. Früher konnte ich ja sagen „Hab leider keine Zeit“, aber das lässt sie jetzt nicht mehr gelten. Sogar ein mit über 1000 Teilen großes Gewächshaus ist entstanden - als Weihnachtsgeschenk, sie hat es aber schon vorher entdeckt. Ich laufe auch sehr viel, weiß jetzt, wie man pochierte Eier macht, und eine Neujahrsbrezel ist mir auch gelungen.

MG: Und bekommst du für deine Verdienstausfälle denn eigentlich einen finanziellen Ausgleich von staatlicher Stelle?


Heinrich del Core: Ja, habe ich im letztes Jahr nach dem ersten Lockdown bekommen, musste aber wieder was zurückbezahlen, Abschlagszahlungen für die November, -und Dezemberhilfe habe ich jetzt auch gekriegt, warte aber immer noch auf die Restzahlungen.... Und man weiß ja nie, ob man hier auch wieder was zurückzahlen muss.

MG: Das Kino im Waldhorn hat recht viele Spenden von Privatpersonen erhalten. Ist das bei dir auch so?

Heinrich del Core: Nein, leider nicht. Vielleicht sollte ich ja auch noch ein Kino eröffnen.

MG: Was für eine emotionale bzw. psychische Auswirkung hat das derzeitige „Berufsverbot“ auf dich als Künstler, der es ja normalerweise gewöhnt ist, im Rampenlicht zu stehen und Leute zum Lachen zu bringen?

Heinrich del Core: Dass wir Künstler mal unter einem Berufsverbot leiden, hätten wir nie für möglich gehalten. Die Bühne und das Publikum fehlen
mir sehr. Ich bin ein positiv denkender Mensch, deshalb sage ich, irgendwann wird und muss es wieder weitergehen, und wenn dann die verrückte Zeit vorüber ist, werden die Menschen wieder kulturelle Einrichtungen besuchen, und wir dürfen sie wieder zum Lachen, Staunen oder Weinen bringen.

MG: Findest du, dass die von der Politik getroffenen Maßnahmen gerecht, also sinnvoll sind?


Heinrich del Core: Vieles ist gerecht und vieles ist sinnvoll. Anderes ist nicht gerecht und auch nicht sinnvoll.

MG: Was glaubst du? Wird sich deine Branche nach der Krise schnell erholen?


Heinrich del Core: Ja, das glaube ich. Wir werden mit neuem Esprit und vielen Emotionen zurückkommen.

MG: Gibt es für dich auch positive Erfahrungen, ausgelöst durch die Pandemie?

Heinrich del Core: Ich habe sehr viel erlebt. Alleine bei einem PCR Test, den ich vor Kurzem machen musste, weil ich für eine TV-Aufzeichnung in München gebucht war. Da sind einige Sachen passiert, die ich dann aber lieber auf der Bühne erzählen werde.

MG: Übrigens: Freut sich dein „Schatz“, wenn du so viel zuhause bist?

Heinrich del Core: Moment,ich frag sie mal kurz. .... Ja sie freut sich wirklich sehr und hofft, dass ich bald wieder einen Auftritt habe, am besten ganz im Norden. Ich frage mal wo im Norden .... „Am Nordpol“, hat sie gesagt.

MG: Letzte Frage, Heinrich: Lässt du dich impfen?

Heinrich del Core: Erst mal nicht. Aber wahrscheinlich wird man nicht drumherum kommen. Vielleicht dürfen wir ohne Impfpass ja gar nicht mehr spielen.

MG: Und wann ist der Spuk wohl vorbei? Was glaubst du?

Heinrich del Core: Ich denke und hoffe, dass wir im Juli wieder auftreten dürfen, sonst muss ich wahrscheinlich noch ein Hoch-Beet bauen.

Tickets für Heinrich del Core

WIR BLEIBEN KLIMANEUTRAL

Ein Schwerpunkt unseres Programms ist bereits seit vielen Jahren die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Missständen. Das klimapolitische Debakel ist einer dieser Missstände, auf die wir mit vielen kritischen Dokumentationen regelmäßig aufmerksam machen. Unsere eigene betriebliche CO2-Emissionstand allerdings immer im Widerspruch zu unseren Idealen. Wir haben deshalb bereits vor elf(!) Jahren das Konzept des „klimaneutralen Kinos“ entwickelt.

Das Grundprinzip: Der CO2-Verbrauch des Waldhorn-Kinos wird durch Investitionen in ein Aufforstungsprojekt ausgeglichen. Unser CO2-Verbrauchwurde von der hiesigen Hochschule für Forstwirtschaft im Rahmen einer Bachelor-Arbeit nach neuesten wissenschaftlichen Maßstäben errechnet.

Für die Kompensation standen uns verschiedene Aufforstungsprojekte zur Auswahl. Wir entschieden uns bis 2015 für das Kikonda-Projekt in Uganda, wechselten aber 2016 (nach einem kritischen SPIEGEL-ONLINE-Artikel) zum Projekt Togo in West-Afrika. Durch unsere Unterstützung werden dort Bäume gepflanzt, die 80 Tonnen klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre binden (auch wenn wir weniger produzieren, kauften wir Zertifikate über 80 Tonnen).

Indes hat die Corona-Krise zu derart starken Besucherrückgängen geführt, dass wir für denZeitraum November 2020 bis Oktober 2021 auf 50 Tonnen CO2-Äquivalent reduziert haben.

Das Togo-Projektwird regelmäßig vom TÜV SÜD auf seine Nachhaltigkeit und Transparenz kontrolliert und entspricht dem international anerkannten Gold-Standard. Hauptkriterien dieses Standards sind die ökologischen und sozialen Auswirkungen eines Projekts in der betreffenden Region.So werden durch die Unterstützung nicht nur Bäume gepflanzt, sondern auch die natürlichen Lebensräume erhalten, Einheimischen Arbeit und medizinische Versorgung verschafft und Schulbildung und ein Leben in menschenwürdigen Unterkünften sichergestellt.

Das „Projekt Togo“ wird von der deutschen Betreiberfirma natureOffice GmbH in Budenheim bei Wiesbaden betreut und arbeitet mit der hiesigen Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) zusammen. Aufforstungsprojekte sind der Schlüssel für die Förderung von 12 der 17 Nachhaltigkeitszielen der Weltgemeinschaft im Rahmen der Agenda 2030 in Afrika.

Weitere Infos: www.natureoffice.com

WIR GABEN DIE MEHRWERTSTEUER WEITER

Zum 01.07.2020 wurde die Mehrwertsteuer für 
einen Kinobesuch von 7% auf 5% reduziert. Dieser
 Umstand hätte sich auf eine Eintrittskarte lediglich 
minimal ausgewirkt: Statt 9,00 € hätten 8,85 € für 
eine Kinokarte bezahlt werden müssen.
 Wir haben uns darum entschieden, die Erlöse 
aus der Mehrwertsteuersenkung an verschiedene
Kinderhilfsprojekte der Dritten Welt weiterzugeben, hat sich die Corona-Pandemie doch 
insbesondere für Kinder der ärmeren Länder fatal 
ausgewirkt. Wir haben jeden Monat ein anderes, 
vornehmlich regional verwaltetes Hilfsprojekt un
terstützt, deren Mitarbeiter wir kennen und dem 
wir vorbehaltlos vertrauen.


Im Juli haben wir mit den Mehrwertsteuern 
einen Betrag von 134,26 € eingespart. Er wurde
 gespendet an die Organisation „Seeds e.V.“, die die
Schulausstattung in dem abgelegenen nepale
sischen Bergdorf Ratmate fördert. Ein kleiner 
Beitrag mit vergleichsweise großer Wirkung für 
die Bildung der dort lebenden Kinder. 


Mit den August-Einnahmen kamen wir auf einen 
Spendebetrag von 227,72 €. Damit unterstützten
wir das Remmingsheimer „Forum Kinder in Not
e.V.“, das aktuell Projekte in Tansania, Pakistan und
 Äthiopien unterstützt.

Die September-Einsparung ging an die „Malawi
 Freunde Rottenburg e.V., sie erhielten 185,31 Euro.
 Sie unterstützen die Tawuka Secondary School in 
Chilumba Vithukutu Township, einer Gemeinde im 
Norden von Malawi.


Und schließlich haben wir im Oktober (zzgl. dem 1. November) einen Betrag von 293,27 €
 eingespart. Dieser Betrag ging an Uhuru e.V. in
 Gomaringen und somit an Kinder und Jugendliche 
(insbesondere Straßenkinder und Waisenkinder) 
im Raum Kisumu in West-Kenia. 


Sollten auch Sie an diese vertrauensvollen Organsiationen spenden wollen, die Spendenkonten
sowie weitere Infos finden Sie auf deren Websites:

www.seeds-ev.de

www.forum-kinder-in-not.de

www.malawi-freunde-rottenburg.de

www.uhuru-ev.de