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Capernaum - Stadt der Hoffnung

Fr 19.04.  11.00 Uhr  (8,50 €)
Fr 10.05.  16.00 Uhr  (7,00 €)

Libanon 2018 | Regie: Nadine Labaki
DarstellerInnen: Zahin Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Fadi Yousef …
Laufzeit: 121 min. | FSK ab 12

Beirut, Libanon. Zain steht vor Gericht. Dass er jemanden niedergestochen hat, ist hier jedoch nicht mehr das Thema. Der schätzungsweise 10-Jährige ohne Pass hat vielmehr seine Eltern verklagt, weil sie ihn in diese Welt gesetzt haben. Er will damit verhindern, dass sie nach ihm und seinen zahlreichen jüngeren Geschwistern noch mehr Kinder bekommen, die sie nicht versorgen können. Nun ist es also an ihm, dem Richter den Grund für seine Klage zu erläutern.

So blickt er zurück auf sein bisheriges Leben voller Armut und Hoffnungslosigkeit. Seit jeher lebt die Familie beengt und völlig mittellos in einem Armenviertel Beiruts. Um vom Vermieter nicht aus der armseligen Wohnung herausgeworfen zu werden, verkaufen Zains Eltern seine geliebte Schwester Sahar an einen deutlich älteren Mann. Von diesem Verlust tief getroffen, haut Zain ab und lebt ab jetzt auf der Straße, bettelt, hilft mal irgendwo für etwas Essbares aus, stiehlt, bettelt wieder… Er landet schließlich in Beiruts Vergnügungspark. Hier begegnet er der jungen aus Äthiopien geflüchteten Rahil, die sich illegal in Beirut aufhält. Sie arbeitet als Toilettenfrau, um sich und ihren einjährigen Sohn Yonas irgendwie durchzubringen. Bald merken Zain und Rahil, dass sie voneinander profitieren können. Rahil nimmt ihn mit zu sich nach Hause, versorgt ihn und Zain passt ab jetzt auf das Baby auf. Doch dann wird Rahil während der Arbeit verhaftet. Nun ist Zain wieder auf sich allein gestellt, dieses Mal aber mit einem Baby…

Mit Laiendarstellern und an Originalschauplätzen hat die libanesische Regisseurin Nadine Labaki ein erschütternd realistisches Drama geschaffen, das die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Armut und Verwahrlosung dokumentiert. Hauptdarsteller Al Rafeea spielt hier weniger eine Rolle, als eine Variation seiner selbst und legt dabei eine gleichermaßen eindrucksvolle wie erschreckende Authentizität an den Tag. Labaki schildert seine Geschichte intensiv, mit ihrer Kamera immer auf Augenhöhe eines Kindes, als quasi dokumentarische Beschreibung eines Lebens am untersten Ende der sozialen Leiter.

Ein wuchtiges, empathisches und sehr berührendes Sozialdrama ist „Capernaum“, das denjenigen eine Stimme gibt, die im Schatten unserer Welt leben.
Der Filmtitel verweist übrigens auf das biblische Fischerdorf Capharnaüm, das Sprichwort-gewordene-Chaos.

Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann der Film den Preis der Jury und der Ökumenischen Jury und wird für den Oscar 2019 als Bester nicht-Englisch-sprachiger Film nominiert werden.

 

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