Die Geschichte meiner Frau

Ungarn/ Frankreich/ Deutschland 2021
Regie: Ildikó Enyedi
DarstellerInnen: Léa Seydoux, Gijs Naber, Louis Garrel, Luna Wedler, Ulrich Matthes, Josef Hader, …
Laufzeit: 169 min.
FSK ab 12

Die 1920er-Jahre. Jacob Störr ist Kapitän von Containerfrachtern, ein eher zurückhaltender Mann, der seine Crew lieber aus der Entfernung seines gehobenen Kajütendecks beobachtet. Obwohl der imposante Mann, wenn er denn mal an Land weilt, für die Zuwendung von Frauen nicht viel tun muss, ist er, einsam, schon allein wegen seiner langen Abwesenheiten auf See. Um diesem Zustand zu entkommen, schließt er eines Tages eher aus einer Laune heraus mit einem Freund eine Wette ab: Er wird die erste Frau, die das Lokal, in dem sie sitzen, betritt, bitten, ihn zu heiraten und seine Frau zu werden. Das Schicksal lässt Lizzi den Raum betreten. Glück gehabt, denkt Jacob und spricht sie an. Denn Lizzy ist attraktiv und entspricht seinem Geschmack. Recht schnell lässt sie sich auf diesen spontanen Bund fürs Leben ein, denn zum einen würde sie von seinem Geld recht gut leben können, zum anderen wäre er ja auch monatelang auf See und sie könnte tun, was sie will. Die Ehe wird geschlossen, beider Gefühle füreinander wachsen. Doch mehr und mehr zergeht Störr in Eifersucht. Was macht seine Frau, wenn er nicht da ist? Wer ist dieser hartnäckige Verehrer, der überall auftaucht, wo sie sich bewegt? Doch so schmerzhaft seine anhaltende Paranoia auch ist, durch die Lebendigkeit und Eigensinnigkeit seiner Frau ist er gezwungen, sich den Unwägbarkeiten des Lebens zu stellen, Schwäche zu zeigen, Ohnmacht zuzulassen, wenn er sie nicht verlieren will…

Die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi entwirft mit ihrer Adaption des gleichnamigen Romans von Milán Füst eine Geschichte über die Suche nach Nähe und die mit ihr verbundene Angst vor Kontrollverlust. Sie inszeniert ein dialoglastiges Beziehungsdrama und wirft dabei einen vielschichtigen Blick auf Geschlechterverhältnisse und die ihnen zugrunde liegenden Macht- und Ohnmachtsphantasien, die nicht nur private, sondern auch gesellschaftliche Dynamiken bestimmen. Dabei stellt sie die Geschichte zwischen Mann und Frau nicht als Machtkampf dar, sondern als gemeinsames Ringen um die Fähigkeit zur Hingabe.

Léa Seydoux („Blau ist eine warme Farbe“, „James Bond“) verleiht der verspielten und scharfsinnigen Lizzy großen Charme und setzt einen Kontrapunkt zum von Gijs Naber glänzend dargestellten introvertierten und etwas mürrischen Jacob.

Ein sehr emotionaler Film über Liebe, Leidenschaft, Drama und Abenteuer. Auch ein Film darüber, was es bedeutet, ein Mann zu sein, eine Frau zu sein, ein Mensch zu sein.

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