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Lieber leben

Do 22.03. bis Sa 24.03. 18.00 Uhr (8,00 €)

Kurzfilm als Vorfilm:
I Follow You (3:17 min.)

Frankreich 2016
Regie: Grand Corps Malade, Mehdi Idir
DarstellerInnen: Pablo Pauly, Soufiane Guerrab, ...
Laufzeit: 111 min. | FSK ab 6

Kaltes Neonlicht, verschwommene Figuren in Weiß gekleidet, Geräusche von medizinischen Geräten. Den 20-jährigen Ben hat’s böse erwischt. Nach einem Kopfsprung ins Schwimmbecken liegt der Basketballspieler mit einer Querschnittslähmung im Krankenhausbett. Er realisiert das alles nur langsam: seine völlige Bewegungsunfähigkeit, das Schicksal, seine neue Perspektive und nicht zuletzt, dass er bei allen „Aktivitäten“ auf die Hilfe anderer angewiesen ist: Essen, Trinken, Telefonieren, Pipi machen… Geduld soll er haben, doch das muss Ben erst noch üben. Zeit genug hat er dazu – zuerst im Krankenhaus, dann nach einigen Wochen in der Reha-Klinik. Hier befindet sich Ben unter lauter Patienten, die sich in ähnlicher Lage befinden. Und jeder hadert mit seinem Schicksal auf andere Weise. Der eine verliert sich in Depression, der andere in Sarkasmus. Ben hingegen versucht es mit Optimismus. Durch seinen unumstößlichen Humor ist er bei seinen Leidensgenossen durchaus beliebt und hat im gemeinsamen Klinikleben sogar glückliche Momente. Insbesondere, wenn ihm auf dem Gang die hübsche Samia begegnet, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Als ihm die Ärzte irgendwann mitteilen, dass er sich keine Hoffnungen mehr auf Genesung machen kann, beginnt Ben umzudenken – er muss seine Lebensperspektive radikal umgestalten…

„Grand Corps Malade (großer kranker Körper) – so nennt sich der in Frankreich sehr bekannte Slammer und Rapper, der mit bürgerlichem Namen Fabian Marsaud heißt. Bei einem Badeunfall im Jahr 1997 verletzte er sich so schwer, dass er vom Hals ab gelähmt war. Über seine Erfahrungen schrieb er einen Roman und nun hat er, gemeinsam mit seinem Freund Mehdi Idir, einen Film gedreht, der mit grimmigem Witz und genauen Beobachtungen das erste Jahr in der Klinik, die Gemeinschaft mit den Leidensgefährten und den harten Weg zur Erkenntnis schildert. Im Focus die Frage: Aufgeben oder lieber leben?

Sehr wohltuend, dass der Film aus diesem schrecklichen Szenario eine unerwartet humorvolle und einfühlsame Geschichte über Freundschaft entwickelt und dass er eine durchaus positive, lebensbejahende Grundstimmung hat. Auch wenn hier nichts beschönigt oder relativiert wird, auf allzu melodramatische Szenen wird verzichtet. „Lieber leben“ hält die Balance zwischen Hilflosigkeit und neuen Hoffnungen.

 

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