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Zwei Herren im Anzug

Fr 27.04. bis Di 01.05. 20.00 Uhr  (8,50 €)

Kurzfilm als Vorfilm:
„Mission Junge“ (0:55 min.)

 

Deutschland 2017
Regie: Josef Bierbichler
nach seinem Roman „Mittelreich“ (2011)
DarstellerInnen: Josef Bierbichler, Simon Donatz, Martina Gedeck, Irm Hermann …
Laufzeit: 139 min. | FSK ab 12

Sommer 1984. Ein bayrisches Wirtshaus am See. Nach dem Leichenschmaus ihrer Ehefrau und Mutter sitzen der Wirt Pankraz und sein erwachsener Sohn Semi als Letzte im Gastraum. Nur zwei Herren im Anzug sind noch anwesend. Sie sind sich nicht besonders nah, Vater und Sohn, eigentlich nie gewesen. Und doch entscheidet der Ältere, dass es nun an der Zeit ist, dem Sohn alles zu erzählen: die ganzen Erinnerungen, die ganzen Erlebnisse, das ganze Leben – ob er es nun hören will oder nicht. Und so lässt er all die großen Umwälzungen der letzten 70 Jahre, die Kriege, die Schicksalsschläge, die Fehler und vertanen Chancen noch einmal Revue passieren. Es ist die Chronik einer bayrischen Familie, die exemplarisch ist für ein Stück deutscher Vergangenheit.
Im zugrunde liegenden Buch wie im Film erzählt Josef Bierbichler von der fortdauernden Zerrüttung einer Familie, von Bigotterie und Geschäftssinn eines bayrisch-katholischen Milieus, das mitschuldig ist an der Judenvernichtung und am Missbrauch im Internat. Eine Geschichte voller Abgründe. Der Protagonist kann die Vergangenheit nicht hinter sich lassen. Sie will nicht ruhen, auch wenn sie ein Vermächtnis ist, das er am liebsten nicht angenommen hätte.

Bierbichler hat auf kongeniale Weise seinen eigenen biographisch gefärbten Roman „Mittelreich“ verfilmt. Im Zentrum des Geschehens die Kriegsgeneration, die durch äußere Umstände davon abgehalten wurde, ihre eigenen Träume zu verwirklichen.

Ein Heimatfilm ist dies nicht, sondern einer übr Charaktere mit auferlegten Wurzeln. Pankraz erscheint in seiner Lebensbeichte wie jemand, der eingekreist wird von den Verhältnissen, nicht aber in sie verstrickt ist. Sein Sohn aber will ihn nicht aus der Schuld entlassen. Wer soll eine solche Rolle besser spielen können als Bierbichler selbst? Er mimt seine Hauptfigur mit eindringlicher Leinwandpräsenz, laut polternder Schale, wuchtiger Körperlichkeit, aber tief verletztem Kern.

Bierbichler findet drastische Bilder, um dem bäuerlichen Leben filmische Präsenz zu verleihen. Seine Regie ist ein Wüten gegen die Gereimtheiten des Gegenwartskinos. Viel Blasmusik, aber kein Prosit der Gemütlichkeit!

 

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