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Als Paul über das Meer kam

 
Mo 25.09.  20.15 Uhr  (8,00 €)
 

Filmbeitrag zum „Tag des Flüchtlings 2017“

 
Dokumentarfilm Deutschland 2017
Regie: Jakob Preuss
Laufzeit: 101 min. | FSK ab 6
 
„Flüchtlinge“ – Millionen von Menschen, die vor Krieg, Hunger oder Unterdrückung auf der Flucht sind oder waren, werden in dieser einen Vokabel zusammengefasst, ohne dass dabei auch nur ein Hauch ihrer Geschichten preisgegeben wird. Hier ist nun eine davon: Sie beschreibt die viereinhalbjährige Odyssee eines junges Mannes aus Kamerun, dessen Weg schließlich, und doch lediglich vorläufig, in Berlin endet. Filmemacher Jakob Preuss lernt den aus Kamerun geflüchteten Paul Nikamani während einer Recherchereise in Marokko kennen, wo er sich über die Situation an der Grenze zur spanischen Exklave Melilla informiert. Paul floh durch die Sahara und wartet nun hier auf ein Schiff, das ihn nach Europa übersetzen könnte. Dieser mehrjährige Zeitabschnitt ist in einem einzigen Satz schnell abgehakt, lässt aber in keiner Weise erahnen, welch gefährliches Wagnis allein der Weg durch halb Afrika für ihn bedeutete, wie er überleben konnte, was er erlebte. Dabei hat Pauls Odyssee gerade erst begonnen…
Er ergattert schließlich tatsächlich einen Platz auf einem Schlauchboot, muss dann aber mit ansehen, wie die Hälfte der Passagiere bei der Fahrt umkommt. Er selbst wird von der spanischen Küstenwache gerettet. Irgendwann später in Granada trifft er erneut mit Filmemacher Jakob Preuss zusammen. Hier ist er gerade aus der Abschiebehaft auf einer Gefängnisinsel entlassen worden und möchte nun seinen Traum verwirklichen, nach Deutschland zu kommen. Was nun folgt, ist eine zweite Odyssee: durch das Wirrwarr der europäischen Flüchtlingspolitik. Der Regisseur hat seine Haltung des reinen Beobachters längst aufgegeben; er ist inzwischen Teil von Pauls Geschichte geworden und er muss sich entschieden, wie aktiv er an seinem Leben teilhaben und wie intensiv er sich für ihn engagieren will… Der Film reflektiert an Paul Nikamanis Beispiel in vielen Facetten das Dilemma der europäischen Flüchtlingspolitik. Regisseur Jakob Preuss liefert hier aber alles andere als simple Bürokratie-Kritik. Aufrichtig und glaubwürdig wird sein filmisches Tagebuch vor allem dadurch, dass er seine eigene Haltung zur Flüchtlingspolitik auch mitunter in Frage stellen muss und seine Zweifel thematisiert. Denn auch er selbst weiß nicht immer genau, ob seine Meinungen und Entscheidungen immer die einzig richtigen sind.
 

Europa Cinemas

2016

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